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Berücksichtigung der Persönlichkeitsentwicklung bei der Beurteilung

OLG KARLSRUHE vom 14.03.2005 Aktenzeichen: 3 WS 82/05

1.Die Entwicklung der Persönlichkeit eines - unter Absehung von der weiteren Strafvollstreckung nach § 456 a Abs.1 StPO aus der Bundesrepublik ausgewiesenen - Verurteilten in der Zeit nach seiner Entlassung aus der Haft und seine nunmehrigen Lebensverhältnisse sind bei der gebotenen Gesamtwürdigung geeignet, ggf. besondere Umstände i.S.d. § 57 Abs.2 Nr.2 StGB zu begründen. Sie können nicht schon wegen der dem Verurteilten gegenüber anderen Straftätern durch die frühzeitige Abschiebung gewährten Vergünstigung verneint werden. 2.Es ist Sache des Verurteilten, bei der Vollstreckungsbehörde die Aussetzung des Vollstreckungshaftbefehls für die Dauer der Durchführung des Verfahrens nach § 454 Abs.1, Abs.2 StPO, § 57 Abs.1, Abs.2 StGB zu erwirken, sofern er das Risiko seiner Verhaftung bei der Einreise und die Aufnahme in den Strafvollzug nicht in Kauf nehmen will. 

Fundstelle:

ADAJUR-CDROM, DokNr: 63778